... ist eine eigene Rasse! FCI-Standard N 351



 



AUST CH. AMBAJAYE KISS MY TAIL
Züchter: Bernadette Merchant, Australien





Nicht zu verwechseln mit den ACD, deren Rute kupiert wurde. Eine Unsitte, die hauptsächlich in den USA praktiziert wird.

Die Verantwortliche für das "ASTCD-Wiederbelebungs-Programm", Bernadette Merchant ( Ambajaye-Kennel Australien) hat die wichtigsten Punkte zusammen gefasst.


Der Australian Stumpy Tail Cattle Dog, ASTCD, (Stumpy Tail = Stummelrute) ist nachweislich die erste Rasse die in Australien für australische Bedürfnisse entwickelt wurde.

Die Ahnen sind vermutlich der Smithfield (rauhaariger, schwarzweisser, englischer Hütehund, mit einer natürlichen Stummelrute), der Dingo, sowie ein glatthaariger blau-gesprenkelter Collie (Drover Dog?). Der ASTCD hat keine Lohfärbung, weil keine Kelpies eingekreuzt wurden.



Grand Ch. Ambajaye High Tail It "Legend" ist ein sehr typischer ASTCD

Best in Group an der ROYAL SYDNEY 2007!

Besitzer: Bernadette
Merchant
Foto: P.May
   


Cattle Dogs mit langer und kurzer Rute wurden anfänglich in der gleichen Klasse ausgestellt. Erst im Jahre 1927 wurden die zwei unterschiedlichen Rassen anerkannt und getrennt ausgestellt.

Auf dem Land hat man oft ACD mit Stumpy gekreuzt, und Welpen aus dem gleichen Wurf sind je nach Rutenlänge im entsprechenden Register eingetragen worden!
Aus diesem Grunde wurde die Rasse anfangs 1950 de-registriert. Einzig der australische Gleniris-Kennel (Queensland) konnte dank hart erkämpfter Spezialbewilligung weiterzüchten.

Anfangs 1980 gab es beinahe keine ASTCD mehr, so dass der Stumpy auf die Liste der raren Rassen (rare breed list) gesetzt wurde.

1988 war der Start eines anspruchsvollen Projekts unter dem Patronat von A.N.K.C. (Australian National Kennel Control) mit dem Ziel, den Stumpy vor dem Aussterben zu retten.

Mit Erfolg!
Der Stumpy heisst seit dem 1. Januar 2002 offiziell Australian Stumpy Tail Cattle Dog.

Die Rasse ist seit dem 7. Juli 2005 von der FCI anerkannt (Gruppe 1
). Bis jetzt (Stand 2007) bekommen nur in Australien und Kanada registrierte Hunde mit Export-Pedigree die für Zucht und Hundesport wichtigen FCI-Papiere.
Der Silverpark Kennel in Kanada hat eine Zucht mit besten australischen, voll getesteten Hunden aus der Ambajaye-Zuchtstätte aufgebaut. Diese Tiere bekommen vom Canadian Kennel Club (CKC) von der FCI anerkannte Papiere.



Ein kleines Silverpark-Girl aus Kanada
   


Die Standards für den ASTCD und für den ACD sind sehr ähnlich.
Die Grösse der Hunde ist identisch.



Hier die wichtigsten Punkte, die den Stumpy vom ACD unterscheiden :

- Sein Körper ist quadratisch, 1:1 (beim ACD 10 zu 9). Dadurch scheinen seine Beine länger.

- Er hat eine natürliche Stummelrute von höchstens 10cm Länge.

- Seine Kruppe ist flacher und der Rutenansatz höher.

- Der Stumpy hat einen leichteren Körperbau.

- Das Knie ist weniger stark gewinkelt.

- Der Knochenbau des Kopfes ist feiner, flach zwischen den Ohren und weniger ausgefüllt unter den Augen.

- Die Ohren sind höher angesetzt.

- Lohflecken sind nicht erlaubt (er hat keine Kelpie-Ahnen).



Körperflecken sind toleriert in beiden Farben.

Der Stumpy bewegt sich oft im Passgang (wegen der quadratischen Körperform und der im Standard verlangten moderaten Hinterhandwinkelung). Er muss aber trotzdem korrekt traben können.



Eine Collage: Hunter als Welpe bis zum Junghund

Champion AMBAJAYE EVERY DETAIL .H.T.
Züchter: Bernadette Merchant
   


Generelles Aussehen

Generell könnte man den ASTCD mit dem alten Kalesky-Typ der ACD vergleichen.
Stumpys sind feiner, drahtiger, leichter gebaut und wirken langbeiniger. Sie sind sportlicher und aktiver als die meisten heutigen ACD.

Wesen

Im Wesen unterscheidet sich der Stumpy stark vom ACD. Als eifriger, unermüdlicher Arbeitshund liebt er nur seinen Meister. Im Umgang mit Fremden ist er äusserst scheu und misstrauisch. Er zieht sich lieber zurück, im Gegensatz zum Cattle Dog an dem kein Fremder vorbei kommt.
Stumpys können sehr schreckhaft sein (lärmempfindlich).
Stumpywelpen brauchen deshalb eine sehr gute, einfühlsame Sozialisierung, damit sie sich in unserer modernen Welt glücklich fühlen.

Erbkrankheiten

Der Stumpy ist wie der ACD ein gesunder und robuster Hund.
Leider kommt die Augenkrankheit prcd-PRA auch bei dieser Rasse vor. Die Firma Optigen bietet glücklicherweise einen Gen-Test für die ASTCD an.

Die angeborene sensorineurale Taubheit kommt auch beim ASTCD vor.
Die Stumpys werden wie die Cattle Dogs weiss geboren, das heisst, bei beiden Rassen kann es taube oder einseitig hörende Welpen geben.

Zusätzlich können beim Stumpy Welpen mit offenem Rücken geboren werden. Dieses Risiko besteht bei den meisten Hunden mit angeborener Stummelrute.




Die laut Standard nicht erwünschte Fehlfarbe "Chocolate" hat keinen Einfluss auf die Gesundheit
   


Die Farbgenetik des ACD ist nicht auf den Stumpy übertragbar!
Der Stumpy hat keine Lohfärbung, darum sind seine Gene bei der Agouti-Serie A (oder nach neuster Forschung K) dominant schwarz und stehen über dem Rot ay.
Blaue Eltern mit dominantem Schwarz können rote Stumpy-Welpen bekommen. Im Gegensatz dazu können rote Eltern keine blauen Welpen haben.
Es ist demzufolge genau umgekehrt wie beim ACD.
Die übrigen Farbgene sind bei beiden Rassen gleich.
Die Fehlfarben Chocolate und Creme kommen auch beim Stumpy vor.

Generell:
Der Stumpy ist in Europa noch nicht bekannt.
Das ist auch gut so, denn er gehört wie der ACD auch nur in erfahrene Hände.
Stumpys sind ausgesprochen aktive und intelligente Hunde und sie eignen sich nicht für Zwingerhaltung!
Wie der ACD sind sie auch sehr auf ihren Mensch geprägt, und sie sind am glücklichsten wenn sie den ganzen Tag mit ihm zusammen verbringen können und etwas "zu tun" haben.



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© Eva Holderegger Walser